Der Schlafmohn (Papaver somniferum) gehört zur Familie der Mohngewächse und blickt auf eine lange Geschichte als eine unserer ältesten Heilpflanzen zurück.
Er ist jedoch nicht nur medizinisch interessant: Seine Samen werden in der Küche als Nahrungsmittel geschätzt oder zur Gewinnung von hochwertigem Speiseöl gepresst.
Das Besondere am Schlafmohn ist, dass fast alle Teile der Pflanze Alkaloide wie Morphin enthalten. Diese Wirkstoffe konzentrieren sich vor allem im weißen Milchsaft, der durch ein feines Kanalsystem die gesamte Pflanze durchläuft – besonders dicht ist dieses Netz in der Wand der Kapselfrucht. Um an diese Stoffe zu gelangen, werden die unreifen Kapseln leicht eingeritzt, sodass der Saft austreten kann. Wenn dieser Milchsaft an der Luft trocknet, entsteht das bekannte Betäubungsmittel Opium. Der Name leitet sich übrigens aus dem Griechischen ab und bedeutet schlicht „Säftchen“.